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UB Braunschweig / Vieweg-Archive

Die Vieweg-Archive der Universitätsbibliothek Braunschweig

Die Vieweg-Archive
Seit Ende 1999 befinden sich die Archive des mit Braunschweig eng verbundenen Vieweg-Verlages wieder in Braunschweig - nun im Besitz der Universitätsbibliothek Braunschweig, die mit großzügiger Unterstützung der STIFTUNG NORD/LB-ÖFFENTLICHE ein Projekt zur Online-Erschließung der überregional wie auch regionalgeschichtlich interessanten Archivbestände durchgeführt hat - ein wichtiger Beitrag für die wissenschafts- und verlagshistorische Forschung.

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Verlagsgeschichte
Verschärfte Zensurbestimmungen veranlaßten den aufstrebenden Berliner Verleger Friedrich Vieweg 1799 mit seinem 1786 gegründeten Verlag nach Braunschweig überzusiedeln, wo ein für sein junges Unternehmen günstigeres Klima herrschte.

Braunschweiger Burgplatz mit dem Geschäftshaus der Firma Friedrich Vieweg & Sohn
(frühes 20. Jahrhundert)

Lag der Schwerpunkt des Verlages zunächst in den geisteswissenschaftlichen Fächern (Autorennamen wie Bettina von Arnim, Hans Christian Andersen oder Johann Gottfried Herder mögen hierfür stehen), so verschob sich der Akzent unter seinem Sohn Eduard in den mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Maßgeblichen Einfluß hatte hierbei der Chemiker Justus von Liebig, mit dem Eduard Vieweg eine lebenslange Freundschaft verband. Bedeutende Gelehrte wie Alexander von Humboldt, Gottfried Semper, Hermann von Helmholtz oder später dann Niels Bohr, Max Planck oder Albert Einstein konnten als Autoren gewonnen werden. So wurde der Verlag zu einem der auch international führenden Wissenschaftsverlage, in dem die Werke von zahlreichen Nobelpreisträgern verlegt wurden. Konnte man den widrigen Rahmenbedingungen des Ersten Weltkriegs und der Nachkriegszeit noch begegnen, so ist ein Niedergang in der Weimarer Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus unübersehbar. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte der Verlag, nun nicht mehr in Familienbesitz, allmählich wieder an die erfolgreichen Phasen in seiner Verlagsgeschichte anknüpfen.

Wichtige Daten in der Unternehmensgeschichte

Friedrich Vieweg

Friedrich Vieweg
1761-1835

Heinrich Vieweg

Heinrich Vieweg
1826-1890

Helene Vieweg

Helene Vieweg
1835-1909

Helene Tepelmann

Helene Tepelmann
1868-1939

1786 Gründung des Verlages „Friedr. Vieweg der Ältere“ in Berlin

1797 Vieweg verlegt Goethes„Hermann und Dorothea“

1799 Umzug nach Braunschweig

1822 Eduard Vieweg beginnt eine Bildungsreise durch Europa. In Paris begegnet er Justus Liebig,mit dem er bis zu seinem Tod befreundet ist

1825 Eintritt Eduard Viewegs als Teilhaber in das väterliche Geschäft, das von da an unter dem Namen „Friedr. Vieweg & Sohn“ firmiert

1835 Übernahme der Geschäftsleitung durch Eduard Vieweg

1836 Vieweg verlegt das „Handwörterbuch der reinen und angewandten Chemie“ von Justus Liebig und Johann Christian Poggendorff

1853 Heinrich Vieweg wird Teilhaber im Verlag seines Vaters

1866 Übernahme der Geschäftsleitung durch Heinrich Vieweg

1890 Heinrich Viewegs Witwe Helene Vieweg, geb. Brockhaus und Tochter Helene Vieweg übernehmen die Geschäftsleitung

1891 Bernhard Tepelmann heiratet Helene Vieweg und tritt als dritter Teilhaber in das Geschäft ein

1909 Nach dem Tod Helene Viewegs, geb. Brockhaus wird Bernhard Tepelmann Verlagsleiter

1917 Vieweg verlegt „Über die spezielle und allgemeineRelativitäts-theorie“ von Albert Einstein

1919 Übernahme der Geschäftsleitung durch Helene Tepelmann, geb. Vieweg

1922 Umwandlung des Familienunternehmens in die „Aktiengesellschaft Friedr. Vieweg & Sohn“; Führung der Verlagsgeschäfte durch Ernst Webendörfer (bis 1945)

1966 Verkauf des Verlages an Pergamon Press in Oxford; Verlagsstandort bleibt Braunschweig

1974 Weiterverkauf des Verlages an die Bertelsmann AG; Umzug des Unternehmensnach Wiesbaden; Erscheinungsorte sind Braunschweig und Wiesbaden

1995 Zusammenschluss mit Gabler Verlag und Westdeutscher Verlag zur GWV Fachverlage GmbH

2008 Zusammenführung mit dem B.G.Teubner Verlag zum Vieweg+Teubner Verlag

2010 Im Zuge von Umstrukturierung wird die GWV Fachverlage GmbH in die Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH überführt. Springer Vieweg ist unter diesem Dach ein führender Verlag im Bereich Technik im deutsprachigem Raum.

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Benutzung / Bestände
Die Vieweg-Archive der Universitätsbibliothek Braunschweig stehen auf Antrag allen Personen zur Benutzung für wissenschaftliche Zwecke oder bei sonst berechtigtem Interesse offen. Für die Benutzung gelten die Benutzungsordnung für die Universitätsbibliothek der Technischen Universität Braunschweig sowie die Entgeltordnung für die Universitätsbibliothek Braunschweig.

Die Archivbestände sind elektronisch erschlossen.

Anfragen: Bitte beachten Sie, daß Anfragen nur bearbeitet werden, wenn Name, vollständige Anschrift und Anlaß der anfragenden Person angegeben sind. Archivalien können erst nach Vorliegen des ausgefüllten Benutzungsantrags (im Original!) und nach rechtzeitiger Terminabsprache benutzt werden.

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